Momente des Gelingens sowie Scheiterns von Integrationsprozessen

Veröffentlicht am 23.12.2011 in Pressemitteilungen

Ein Veranstaltungsbericht zum Vortrag von Prof.Haci-Halil Uslucan vom 12. Dezember 2011 im Haus der Bildung Schwäbisch Hall

Veranstaltungsbericht des Moscheevereins, der SPD Schwäbisch Hall, der VHS Schwäbisch Hall und der AWO Schwäbisch Hall

Vortrag: „Momente des Gelingens sowie Scheiterns von Integrationsprozessen“
Montag, 12. Dezember 2011, 20 Uhr, Haus der Bildung Schwäbisch Hall

Rund 50 Interessierte hatten sich am Montagabend in der Volkshochschule eingefunden und lauschten Prof. Haci – Halil Uslucan, Leiter des Zentrums für Türkeistudien und Integrations-forschung an der Universität Duisburg-Essen, der zum Thema Integration von türkischen Migranten in Deutschland sprach.
„Diese Veranstaltung ist eine Premiere“, betonte der Vorsitzende des SPD Ortsvereins Michael Wanner in seiner Begrüßung. „Zum Ersten Mal veranstalten wir solch einen Vortrag in Kooperation mit mehreren Partnern, dem Moscheeverein, der AWO und der VHS.“ Dies sei aus mehreren Gründen geschehen. Nach der problematischen Debatte um das Buch von Thilo Sarrazin wollte der SPD Ortsverein nicht direkt auf die Thesen des Buches reagieren, sondern das Thema aus einer wissenschaftlich fundierten Sicht betrachten. Man wollte auch der gesellschaftlichen Relevanz des Themas Rechnung tragen und ging daher auf den Moscheeverein zu, genau so wie auf die AWO und die Volkshochschule, die immer schon ein Ort des gesellschaftlichen Diskurses gewesen sei.
Prof. Uslucan begann seinen Vortrag mit der Frage nach der Art der Migration der Türken und ihrer Erwartung. „Viele kamen, wollten Geld verdienen und dann wieder Heim fahren. Doch sie sind geblieben, als sie merkten, dass das Geld auch in Deutschland nicht auf der Straße liegt.“ Auch die Deutschen hatten zuerst ein anderes Bild von den Gastarbeitern im Kopf. Wenn man davon ausgehe, dass die Arbeiter wieder gehen, müsse man auch ganz anders mit diesen umgehen, als mit den Menschen, die bleiben wollen.
In seinen vielen wissenschaftlichen Studien kam Uslucan zu dem Schluss, dass die meisten Türken sich integrieren wollen. „Ob das gelingt hängt jedoch auch von der aufnehmenden Gesellschaft ab. Wenn die nicht will, kann es nicht klappen.“
Betrachtet man die Werte und deren Wichtigkeit für Deutsche und Türken, fällt auf: große Unterschiede gibt es kaum. Familiäre Sicherheit und Freiheit sind für beide Gruppen das Wichtigste. Unterschiede gibt es nur in Erziehungsfragen und der Spiritualität. Türken bekennen sich deutlicher zu ihrer Religion – auch wenn es in der täglichen Ausübung oft anders aussieht. Befragt man deutsche und türkische Jugendliche betrachten die türkischen Jugendlichen ihre Eltern als etwas autoritärer als die deutschen Jugendlichen ihre Eltern. Dass es in unserer Wahrnehmung viel mehr Unterschiede gebe, liege einfach an kulturellen und sprachlichen Unterschieden, die jedoch nichts mit den Wertvorstellungen zu tun hätten.
Mit einem kritischen Ausblick schloss er die anschließende Diskussion ab. Die Debatte um Thilo Sarrazins Buch habe eher zur weiteren Trennung von Deutschen und Türken geführt. „Da war viel Gehässigkeit drin, die keiner Seite gut tut.“ Auch eine Diskussion unter der „Nützlichkeit“ von Zuwanderern sei nicht weiterführend. Wenn man dieses Denken überwinde, gelänge die Integration noch viel öfter als sie es jetzt schon tut.
Im Anschluss fuhr Uslucan direkt weiter nach München um am Folgetag dem bayrischen Landtag zu berichten und zu informieren. Ch.G.

Aydin Celik, 1. Vorsitzender Moscheeverein SHA
Michael Wanner, Vorsitzender SPD Ortsverein SHA
Dr. Walter Müller, Vorsitzender AWO SHA
Dr. Ruth Steinke, Fachbereichsleiterin VHS SHA

 
 

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